Verein Kunst+Politik

Protokoll der Generalversammlung 2012
vom 6. Februar 2012 in Zürich

 

Traktanden
1. Protokoll
2. Jahresbericht
3. Jahresrechnung
4. Wahlen
5. Verschiedenes
6. Projekte
7. Medien-Diskussion
8. Varia 


Protokoll

GK begrüsst die Anwesenden. Das bereits versandte Protokoll wird genehmigt (mit einer Enthaltung).

Jahresbericht

GK blickt kurz zurück: seit zwei Jahren bestehen wir. Etwa 1200 haben damals den Antirassismus-Appell unterschrieben. Wir haben aktuell 200 Mitglieder, davon haben etwa die Hälfte den Beitrag bezahlt. Wir sind ein Netz, innerhalb dessen verschiedene Aktionen möglich sind und von dem Impulse ausgehen können. Wir haben wesentlich dazu beigetragen, dass die Künstlerinnen und Künstler als politische Stimme der Schweiz wieder im Bewusstsein sind.
Zwei Gefahren zeigen sich: dass wir uns durch Organisatorisches arbeitsmässig blockieren – das versuchen wir zu vermeiden; anderseits, dass wir einen grossen Aktivismus entwickeln an vielen Orten, viele Aktionen stattfinden, wir aber untereinander kaum etwas davon erfahren. Dass wir damit auch nicht zu einer gemeinsamen Sprache finden. Frage also, ob wir die regelmässige Kommunikation verbessern, etwa mit einem Newsletter, und ob wir unsere Arbeit besser dokumentieren, um in zehn Jahren aufzeigen zu können, was wir geleistet haben.

Rückblick auf die Aktivitäten dieses Jahres.

Eine Tagung, die wir im Herbst machen wollten, scheiterte daran, dass niemand es in die Hand nehmen konnte; auch heute wollten wir am Abend eine Veranstaltung machen, was dann unsere Kräfte überstieg. Es gibt unterschiedliche Potentiale und Tempi: an manchen Orten geschieht viel, an anderen wenig und manchenorts ist es schwierig, überhaupt eine Gruppe zu bilden; bisweilen müssen wir als Künstler zeitweilig uns zurückziehen, um an einem Projekt arbeiten zu können, wie eben jetzt Samir.
Einige Aktionen haben wir selber initiiert, anderes wurde an uns herangetragen und wir haben es unterstützt oder adoptiert.

1. GV in Biel

Podiumsgespräch über Interkultur in unserem Kreis und dann ein öffentliches Podiumsgespräch im Bieler Theater.

2. Inspirationstagung in Cormérod

Organisiert von Nicolas Couchepin und Johanna Lier, versammelte vor allem Leute aus der Romandie. Hier ging es darum: was können wir tun, und wie? War etwas behindert durch die Fernsehaufnahmen für einen Bericht, der die Fragestellung völlig verzerrt hat. Wir verein­barten, dass das Material erhalten bleibt.

3. 1.-August Lyrik-Aktion

Johanna Lier berichtet: In der ZEIT wurden regelmässig politische Gedichte veröffentlicht, auch im politischen Teil. Daraus entstand diese Idee. Es ging gar nicht eigentlich um den 1. August; das war einfach das Stichdatum. Überraschend war die Beteiligung: 33 Beiträge sind zusammengekommen (auf der Website zu lesen). Wie zu erwarten war, reagierten nur wenige Zeitungen. Ganz toll war, dass Nicole Pfister Fetz vermitteln konnte, dass in den drei Wochen vor den Wahlen auf den grossen Werbeschirmen an Bahnhöfen in den Pausen gekürzte Fassungen dieser Gedichte eingestreut wurden.
In der Folge fand dann auch im Dezember im Rahmen der Neumarkt-Veranstaltung «Teppich offen» eine Lesung mit 16 Dichterinnen und Dichter statt. Es gab ein ganz neues Publikum, das ich in solchen Veranstaltungen bisher nicht getroffen habe.
Ich würde gerne eine Publikation, unter Einschluss von Essais, machen, das werden wir im Vorstand noch besprechen.
Es gibt eine paradoxe Reaktion: es ist eine neue Gruppe entstanden, die sich regelmässig treffen will um über Lyrik zu diskutieren.
Martin Dean hat übrigens die Erfahrung gemacht, dass sich diese Gedichte auch sehr für den Unterricht eignen. Die Screens sind vorhanden, sollte man sie einmal irgendwo benötigen.

4. Compilation

Guy berichtet: V (zu den Wahlen), von Greis zusammen mit dem Grafiker Simon Küfer (als Rapper bekannt als Tommy Vercetti). Etwa 30 Bands wurden angefragt, einen Song zu geben für eine solidarische Schweiz. Genau einen Monat lang konnte man das bis zum 23. Oktober von unserer Website gratis herunterladen. Die Botschaft war: gehe wählen und wähle das Richtige... Presseresonanz war nicht ganz so, wie erhofft, aber doch ein schönes Projekt.

5. Gegen-den-Strich

Es haben sich Autorinnen und Autoren zusammengetan, die ein politisches Tagebuch führen. Hier geht es um Begriffe, die missbrauchten Begriffe: mit einem hellen Autorinnen und Autoren-Ohr auf diese Sprache zu hören und auszustellen, was hier jeden Tag mit Sprache passiert und wie das unser Denken prägt und prägen soll.
GK fordert auf, mitzumachen, sich ein Passwort geben zu lassen. Videos und Tonfiles sind auch möglich.

6. Landhausversammlung

Bei dieser Aktion, ursprünglich vom Club Hélvétique, nun aber davon unabhängig weiterbestehend, haben wir bisher immer etwas gemacht; die nächste Landhausversamm­lung findet am 24. März statt, da sind wir mal nicht beteiligt; dort werden strategische Fragen besprochen, die möglicherweise zu einer Initiative führen könnten.
Bei der letzten LHV haben wir ein Gespräch beigesteuert zwischen der Bildhauerin Bettina Eichin und dem Künstler Schang Hutter, geleitet von Felix Schneider; Thema war Menschen­rechte als Thema der visuellen Kunst. Problematisch erschien, dass die Diskussion doch sehr weit weg war vom Diskussionszusammenhang der Versammlung; die beiden Künstler hatten doch ganz andere Referenzen als die Anwesenden.

Lokale Gruppen

Basler Aktionen

Zwei Treffen fanden statt, Dan Wiener entwickelte daraus ein eigenständiges Projekt, das gar nicht mehr als K+P-Projekt in Erscheinung tritt.

a) Projekt heimat-abend

Dan Wiener berichtet: Es gab breite Diskussionen, mit wilden Ideen (eine eigene Partei der Unwählbaren zB...), dabei brachte ich Idee, machen wir doch Heimat-Abende. Das polari­sierte. Ich möchte der Diskussion über was ist eigentlich die Schweiz? etwas entgegen­setzen, nämlich eine Heimat, mit der ich mich identifizieren kann, die nicht fremdbestimmt ist. Bettina Eichin, Felix Schneider und ich nahmen das an die Hand. Eine Talkrunde und ein künstlerischer Input sollen zusammenkommen. Es werden jetzt 7 Abende. [http://www.heimat-abend.ch/]
Finanzierung: Lotteriefonds Basel-Stadt, eine Veranstaltung Kirche+Lotteriefonds BL. Es gab pro Monat eine Woche Arbeit. In Sachen Förderung fällt das Projekt zwischen Stuhl und Bank (Kunst vs. Politik...).

b) Heimat: Gruppe von Ruedi Bussmann

Wir waren nicht so heftig dran wie Dan Wiener. Wir wollten uns erstmal selber Rechenschaft geben, was wir darunter verstehen. Wir trafen uns vier, fünfmal und diskutierten über das Thema Heimat. Auch: was ist nicht Heimat? – wird zwar als Heimat verkauft, ist aber keine. Identität.
Zur ersten Sitzung hat jeder einen Gegenstand mitgenommen, der für ihn Heimat bedeutet. Zum Beispiel nahm der Maler Sämi Eugster sein Lederrucksäckchen mit. Das führte direkt zur Frage, die uns einen Abend lang beschäftigte: ist Heimat etwas, was man mit sich nimmt, oder ein Ort, wohin man geht. – Es ist eine Gruppe, die wohl nicht an die Öffentlichkeit treten wird, sondern der Selbstverständigung dient.

c) Rettet Basel!

Aus der Website mit dem Aufruf, der innert wenigen Tagen von 18'000 Leuten unterschrieben wurde. Die Aktion besteht eigentlich nur auf dem Internet, mit einem Köpfchen aus 5 Leuten. Wir fühlen uns verpflichtet, diesen vielen Unterzeichnerinnen und Unterzeichner ein Angebot zu machen.
3 Tätigkeitsgebiete: Wir begannen mit dem Thema Tettamanti/Markus Somm: Weg mit Somm und Blocher. Dann unternahmen wir einiges, um zu Alternativen zu kommen. Schliesslich haben wir bei einzelnen Entlassungen in einem der über 25 Newsletters aufgefordert, in einem Brief an Moritz Suter dagegen zu protestieren. Das haben immerhin soweit wir es erfahren haben, etwa 500 Leute getan.
Als im Dezember bekannt wurde, dass das Kapital mit Moritz Suter als Mäntelchen nur umgeschichtet wurde, also dahinter immer noch der gleiche Mann war, haben wir das u.a. mit einer Medienmitteilung (zusammen mit der Basler SP) kommuniziert und innerhalb weniger Tage eine Demonstration organisiert, die ein grosser Erfolgt war, während einer Stunde mit einem Reigen von kurzen, gescheiten Voten und gegen 1000 Demonstrantinnen und Demonstranten.
Weiter haben wir Aktionen angeregt und unterstützt, gegen die Gratisverteilung der BaZ und jetzt der Sonntags-BaZ vorzugehen. Bei einer Aktion am letzten Sonntag haben wir über 1000 BaZ zur Redaktion zurückgebracht. Dazu machten wir einen Kleber «Keine BaZ (auch nicht geschenkt)», der grossen Absatz fand. Wir dokumentieren künftig das Littering der Gratisverteilung, übrigens zusammen mit dem Konsumentenschutz, der eine Beschwerde gemacht hat.
Zum Thema Medienvielfalt: Zur gleichen Zeit, als unsere Aktion begann, wurde der vormalige BaZ-Redaktor Ivo Bachmann von einer Stiftung für Medienvielfalt mit einer Studie für eine neue Zeitung beauftragt. Daraus entstand nun die TagesWoche, die einmal wöchentlich gedruckt erscheint und täglich online fortgeschrieben wird.
Die Zusammenarbeit hörte dann auf – als die Redaktion (aus abgesprungenen BaZ-Leuten) konstituiert war.
Weitere Aktionen waren:
Probeabonnement der NZZ im Hinblick auf eine eventuelle Basler Ausgabe (ca. 1000 benutzten das Angebot); Die NZZ konnte sich aber nicht entscheiden, eine Basler Redaktion auszubauen oder gar einen Basler Bund zu machen.
Neuer Akteur: AZ-Verleger Wanner bringt eine Basel-orientierte Wochenausgabe (»Sonntag«) heraus.
Probeabonnement für die Basellandschaftliche Zeitung (bz), bzw. deren Basler Ausgabe. Hier machten wir die Bedingung, dass die bz inhaltlich besser wird. Gelänge es der Redaktion, Qualität zu zeigen, hat sie eine Chance und könnte eine Art Gegengewicht zur BaZ bilden und das Monopol brechen.
Am 7. Februar machen wir ein Podiumsgespräch, wo diese neuen Akteure – neben Experten-Urteilen zur aktuellen Lage – einbezogen sind.
Während der Museumsnacht haben wir bei BaZ-Gebäude eine nicht-invasive künstlerische Aktion mit Licht gemacht. In kurzem Wechsel wurden neun Portraits von Blocher auf die Fassade projiziert.
Wir verstehen uns nicht als Anti-BaZ-Bewegung sondern als eine für die Medienvielfalt.

d) Medientransparenz: Petition und Beschwerde

Eine Motion von Beat Jans zur Herstellung von Transparenz bei der Finanzierung von Medien veranlasste uns, eine Petition zu organisieren (www.medientransparenz.ch / www.transparence-medias.ch) die am Montag 6.2. in Bern übergeben wird (etwa 2400 Unterschriften).
Ausserdem machten wir eine Beschwerde beim Presserat, bei der wir voll Recht bekommen haben; dabei haben etwa die gleichen Leute unterschrieben.

e) Finanzierung

Zwei Defizitgarantien konnten bisher dank hohen Spenden und Verkäufen (über 3000 Franken bei der Demo) wieder an K+P zurückbezahlt werden.

7. Luzern: Ai Wei Wei

Nicole Pfister Fetz: Wir bekamen eine Anfrage, auf die hin wir eine Stellungnahme abgaben des Inhalts, die Pro Hel­vetia solle ihre Auslands-Politik überprüfen. Entgegen Knüsels Verdreh­ung haben wir nicht verlangt, das Engagement in China aufzugeben, die Büros oder gar Ateliers zu schliessen.
Es gab dann eine Veranstaltung der Hochschule Luzern, die im Zusammenhang eine von AWW mitkuratierten Ausstellung im Kunsthaus sogenannte Master-Talks mit ihm durchführen wollte, stattdessen aber wegen der Verhaftung des Künstlers mit uns eine Veranstaltung durchführte. Wir fragten die Filmemacherin Anka Schmid an, die gerade eine Masterclass in China hinter sich hatte. Leider war das ganze schlecht realisiert; ein Debakel war namentlich, dass Kurt Aeschbacher moderiert hat, der daraus eine Talkschau mit Meili, Sigg usw. machte. Ich konnte nur kurz nach Knüsel rasch intervenieren. Er meinte dort, bisher hätte nur die SVP gegen die PH geschossen, nun seien es auch noch die linken Künstler... Eine Debatte war bei diesem Arrangement nicht möglich.
Etliche andere dozierende Künstler haben sich dort geärgert, die sich seitdem treffen. Das läuft allerdings langsam an. (Diese Zentralschweizer Gruppe besteht aus Charles Moser, Beat Mazenauer, Nicole Pfister Fetz und weiteren Dozierenden der Hochschule).
Kontakte mit dem Rietberg-Museum wurden aufgenommen.

8. Teppich offen

Hat nicht direkt mit K+P zu tun, allerdings gibt es Überschneidungen.
Aktion betreffend die Entlassung von Sreten Ugričić (siehe Website K+P) von Melinda Nadj Abonji. Sie berichtet: Es wurden zahlreiche Briefe nach unserem Vorschlag geschrieben, der Protest des serbischen Pen-Zentrums ist unterdessen auf der Website veröffentlicht, aber es hat keine Pressekon­ferenz stattgefunden. Die serbischen Medien reagierten nicht. Ich machte es wie immer sozusagen als Solo-Artistin: wenn etwas an mich herankommt, versuche ich es so zu tun, wie ich es für richtig halte, und jetzt bin ich natürlich froh, wenn ich hier kom­mun­­i­zieren kann mit Leuten, die mich kennen.
Die Mediensituation ist natürlich in Serbien noch viel schlimmer. Das meiste, was unabhängig ist, läuft über das Internet. Da sind die Foren sehr gut, aber die meisten, die dort arbeiten, verdienen 180 € pro Monat oder arbeiten teilweise unentgeltlich.
Mein Engagement geht oft in Richtung Osteuropa, aber bin froh über die Vernetzung, Hilfe zu bekommen und die Sachen hier publik machen zu können.
Isolde Schaad bittet um Präzisierungen zum Thema. Mit Teppich Offen hat die Aktion zu tun, da im letzten Dezember Sreten Ugričić als Autor eingeladen war. [Weiteres siehe Website K+P].
GK dankt für die infrastrukturell wichtige Arbeit (unterdessen 4 Websites usw.) von Mathias Knauer.
RS zieht in der Pause Mitgliederbeiträge ein.

Jahresrechnung

GK: Wir stehen finanziell recht gut da, weil das meiste gratis durchgeführt wurde oder Geld aufgetrieben werden konnte. Wir versuchen es so zu halten, dass die Projekte unabhängig finanziert sind und das Geld von K+P nur im Rücken ist und die Möglichkeit schafft, wenn nötig rasch reagieren zu können.
HL erläutert die Rechnung und Bilanz. Die Versammlung genehmigt einstimmig die Jahres­rechnung.

Wahlen

Rücktritt von Nicolas Couchepin: wegen Arbeitsüberlastung, sowie – aus ähnlichen Gründen – von Martin R. Dean, der dies kurz erläutert. Es braucht Leute, die da sind.
Drei Wahlvorschläge. Die Kandidat/innen stellen sich kurz vor:
Heike Fiedler, Schriftstellerin und Performerin (Genf). Aktuell ist sie engagiert bei der Aktion gegen das Bettelgesetz.
Adi Blum, Kulturorganisator, Musiker und Dramaturg (Bern). Er stellt das Projekt MIM (Musée imaginaire des Migrations) vor, das in 100 Museen einen Quadratmeter belegen soll. Läuft gut an, 9 Museen sind interessiert 10 Franken zu zahlen. Dazu das Projekt »Kultur­ministerium«, das zum Abschluss kommt. Er ist auch Mitglied der Spoken-Word-Gruppe »Bern ist Überall«.
Die beiden werden mit einem entschiedenen Applaus gewählt.
Roland Merk, der gerne im Vorstand gesehen wäre, möchte nur als »korrespondierendes Vorstandsmitglied« (in Paris) wirken, nachdem er von einigen  grossen Projekten ziemlich ermüdet ist. Bei einzelnen Projekten wird er gerne mitmachen, ohne dazu im Vorstand sein zu müssen.

Verschiedenes

Buchpreisbindung

Nicole Pfister Fetz vertritt (hierbei als Geschäftsführerin des AdS) die Wiedereinführung der Buchpreisbindung. Sie beantragt, dass die GV die Ja-Parole mit einer Resolution unterstützt. Die Verlage und Buchhändler müssen gestärkt werden, auch im Interessen der Autorinnen und Autoren. Die Argumentation ist schwierig. Beststeller sind billiger ohne Preisbindung, ande­re Bücher aber nicht.
Die Versammlung unterstützt einstimmig die Vorlage und ermuntert, sich werbend (»Ja zum Buch«) und abstimmend für sie einzusetzen. Man kann sich ins Unterstützungskomitee ein­tragen.

Deutschschweizer PEN Zentrum

Adi Blum berichtet: Es gibt einen Umbruch nach dem Rücktritt von Kristin T. Schnider. Dominik Riedo will nicht weiter kandi­dieren. Adi Blum ist interim Geschäftsführer. Ein Kandidat fürs Präsidium ist vorhanden. Bei der Jahresver­samm­lung werden wir wieder neu aufgestellt antreten.  Sie ist (am Samstag) bei den Literaturtagen.

Projekt Autonome Schule Zürich

Tim Zulauf berichtet. Die Lage der Autonomen Schule in der Baracke am Güterbahnhof ist kompliziert.
Die GV ist grundsätzlich einverstanden, einen von TZ formulierten Text zu redigie­ren/genehmigen.
Daniel de Roulet (DdR) stellt die Frage, ob das Thema Beziehung zu künstlerischen Aktivitäten hat, somit von K+P unterstützt werden kann. Es gibt ja rundum viele interessante politische Projekte, die wir unterstützen könnten.
RS: Es gab Zusammenarbeiten u.a. im Rahmen von Teppich (es gibt eine Theatergruppe). Die Papierlose Zeitung ist aus Sicht von TZ  gewiss ein literarisches Projekt. Auch kann das Projekt selber als eine künstlerische Aktion gesehen werden, wie der Film, den wir von TZ in Thun auf dem Schiff gesehen haben. Frage auch, geht es um einen Ort (Baracke, die ohnehin später der Stadtentwicklung zum Opfer fallen wird), oder geht es um ein Projekt? TZ: es geht um die Unterstützung für ein Projekt, das in den letzten Jahren an unterschiedlichsten Orten statt­fand. Man weiss bei der Sache ja eigentlich gar nicht, ob es sich um ein künstlerisches Projekt handelt oder nicht.
Dan Wiener meint, das sei eine Frage für den Vorstand, nicht für die GV. – NPF: Der Vor­stand muss die Frage, ob es künstlerisch ist oder nicht, in jedem Fall immer wieder prüfen.
Bea Leuthold: Wir hatten in der 80er Jahren bei der Asylbewegung Erfolge, aber wir hatten da massivste Unterstützung von Max Frisch, Laure Wyss, Franz Hohler. Das ist alles ver­loren gegangen. [www.bildung-fuer-alle.ch].

Lotteriegesetz-Abstimmung

HL ermuntert die Anwesenden, sich dafür einzusetzen.

Projekte

Mit Neumarkt Theater

RS: Geplant sind 4 Abende zum Thema Zukunft der Demokratie, auch mit künstlerischen Formaten (zu entwickeln), 1. Impulsabend ist vorgesehen am 10. Juni. Themen wie Antiislamismus; Demokratie und Internet...
Bis Ende Februar sollte ein Konzept feststehen. Mitarbeit wird gesucht. Johanna Lier und RS hatten ein Gespräch mit dem Dramaturgen des Theaters. Es entstehen weitere Reihen in der letzten Saison des Intendanz-Duos Weber/Sanchez.
Daniel de Roulet verweist auf das Rousseau-Jahr, das vor 100 Jahren in Zürich intensiv gefeiert wurde, heute aber zum Gegenstand von Rechtspopulisten zu verkommen droht.

Palästina-Israel

Roland Merk: Stück zur Nagba (1948). Er schrieb einen Essay im Auftrag von G. Kreis «Schreiben nach der Nagba», Versuch einer Replik auf Günter Grass: «Schreiben nach Auschwitz»] Es gibt auch eine historische Verantwortung gegenüber der Nagba, den wir intellektuell durchdenken müssen und ein Engagement entwickeln sollten. Es darf nicht beim Schweigen bleiben. –  In Diskussion ist, dass K+P eine Aufführung durchführt mit halböffentlicher Tagung am Folgetag, voraussichtlich im Herbst.

Einbürgerungsgesetz ZH

wäre ein Thema, HL kann es nicht machen.

Weiterhin verfolgte Themen

Medien-Diskussion

GK: Ausgehend von zwei Artikeln von Philipp Löpfe und Robert Ruoff, die aufliegen (auch auf der Website Rettet Basel!), schlägt GK eine Diskussion über die Mediensituation vor. Es geht darum, schweizweit ein Mediensystem aufzubauen, zu dem neu auch die Webplattform Les observateurs.ch gehört.
Frage, in welche Richtung man RettetBasel! weiterentwickeln könnte, Richtung Medientransparenz, Transparenz der Bindungen von Parlamentariern.
Idee einer öffentlich-rechtlichen öffentlichen Presse, zumindest als Provokation.
DdR: In Genf gibt es auch ein Monopol, ohne grosse Gegenbewegung. Ein Problem ist auch K. Hummler, der zu rechtskonservativen Kreisen gehört. Die NZZ driftet auch in Richtung BaZ. In Genf kann bald mit Le Temps auch ein gewisser Raum verloren gehen. Einziges interessantes Gegengewicht ist das öffentliche Radio. Wer nicht einverstanden ist, bildet die Stosstruppe der observateurs. Natürlich mit dem ersten Aufmacher: ein Artikel gegen Jean Ziegler. Es  schreiben Leute über 60, die eine alte Kalte-Krieg-Haltung haben. Sie sind nicht so gefährlich, haben auch nicht so viel Geld. Wenn die NZZ mal umkippt, sehe ich keine Möglichkeit, die Schweizer Presselandschaft vor dem Populismus zu retten.
Also muss man, analog zum öffentlichen Radio, einen solchen Raum im Internet oder als Zeitschrift schaffen.
DdR hat soeben einen Roman geschrieben, der sozusagen Tettamanti porträtiert. Eine Figur des rechten Populismus mit einer Aura wie Berlusconi, Sarkozy.
Ruedi Bussmann verweist darauf, dass diese Situation (Radio als einziges Medium mit einer noch offenen Diskussion), ja auch die SVP entdeckt hat. Wenn einmal das Ausländerthema ausgelaufen sein wird, wird von rechts der Angriff gegen die SRG kommen. Darauf müssen wir vorbereitet sein: da wäre ein Gremium wie Kunst+Politik sehr gefordert.
Es wird hingewiesen, dass bei der SRG – unter dem Vorzeichen des Zusammenführens von Redaktionen: als Sparmassnahme – vieles abgebaut wird.

Varia

Katharina Geiser bittet um Texte zu 1 Jahr Fukushima.



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