Curatrice: Ruth Schweikert
A l’occasion du 1er août prochain, les artistes ont décidé de donner de la voix – leur voix, diverse et multiple – sur la Suisse d’aujourd’hui. Les artistes sont en effet préoccupés par la situation de la Suisse sur le plan national et international, par le fossé entre la perception que le pays a de lui-même et sa véritable situation dans le monde.
Revue de presse à propos de cette action
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Gespräch zwischen Mutter und Tochter – Ausschnitt aus «Mehr Licht. Mehr Freiheit.»
LANA – Ich wollte nur… ich werde älter werden werde müde.
ELLI – Hättest eben mehr verdienen sollen, hättest mir eben sagen sollen mach was Anständiges warum hast du das nie gesagt. Hättest dir eben gleich deine Ausbildung anrechnen lassen sollen als wir hergekommen sind. Besser informieren sollen hättet ihr euch. Natürlich kannst du jetzt nicht mehr … hättet eben gleich versuchen sollen, das zu machen was ihr gelernt habt hätte sich ein Weg finden müssen. Das ist ein fortschrittliches Land hier ein Land dem es gut geht und da hättet ihr eben gleich in euerem Beruf. Und sich nicht erst den Rücken kaputt machen sollen Pfannen in Restaurantküchen heben sollen was du dir gar nicht gewohnt warst –
LANA – Du weisst, dass wir nicht konnten. Wir durften nicht. Unsere Diplome wurden hier nicht anerkannt und niemand kam um uns zu sagen was wir dagegen hätten machen können. Wir bekamen Unterkunft und Essen und durften Hilfsarbeiten ausüben aber eben nicht unsere Arbeit. Weil das wollen die Menschen hier nicht. Weil keiner mag es, wenn aus einem Land, in dem sich Menschen töten gegenseitig, dass die einen die nicht getötet wurden dann kommen und dann die gleiche Arbeit machen dürfen wie die Menschen hier die doch immer in Frieden gelebt haben. Die haben sich ihren Frieden nun einmal verdient und darum wäre das nicht gerecht gewesen wenn wir so völlig verwildert in ihr Land kommen und dann einfach unseren Berufen hätten nachgehen dürfen haben die sich gedacht. Da hätten wir eben vielleicht eine höhere Bildung gehabt als einige hier und dann wäre das eben nicht gerecht gewesen da hätten womöglich einige Menschen hier die eine geringere Bildung gehabt hätten sich nicht gerecht behandelt gefühlt von ihrem Land, wenn irgendwelche Ausländer, irgendwelche Wilden aus dem Krieg einfach so kommen können und hier einfach so Arzt sein dürfen da hätten sie es ihrem Land hier vorgeworfen, dass es uns aufgenommen hat und wir hätten hier nicht bleiben dürfen und du hättest die Schule nicht machen können und ausserdem konnte man ja nur bleiben wenn man eine Arbeit hatte und arbeiten konnten wir nur im Restaurant.
ELLI – Ich weiss nur dass ihr euch eben alles besser hättet überlegen sollen dann hätte ich gelernt mir auch alles besser zu überlegen und müsste mir jetzt keine Gedanken machen ob ich euch je irgendwas zurückgeben können werde weil das nun mal so ist dass man den Eltern was zurückgibt das habt ihr mir so mitgegeben doch ich kann vielleicht gar nie irgendwas zurückgeben weil ich offenbar verstört bin und nichts Anständiges machen wollte obwohl es doch normal wäre dass ich was Anständiges mache weil wir uns das alles sowieso nicht leisten können.
Daniela Janjic wurde 1984 geboren und wuchs in Bosnien-Herzegowina und in Schweden auf. Seit 1993 lebt sie in der Schweiz. Sie ist Dramatikerin und studiert in Biel und Berlin literarisches Schreiben.
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