NOCH IMMER DIE SCHWEIZ

Eine Aktion zum 1. August 2010

Kuratierung: Ruth Schweikert

Zum diesjährigen 1. August geben Künstlerinnen und Künstler ein vielstimmiges Statement ab zur heutigen Schweiz. Anlass der Initiative ist die gegenwärtige innen- und aussenpolitische Situation unseres Landes, die Kluft zwischen Selbstwahrnehmung der Schweiz und ihrer Lage in der Welt.


-> Pressestimmen zu dieser Aktion
 


John Wolf Brennan


Fremd ist, was man (noch) nicht kennt. Also sehr viel: jeder Erdenbürger kommt problemlos auf über einige Milliarden Fremde, ein überwältigendes Übergewicht von Fremdem zu Eigenem. Multikulturelle Metropolen wie London funktionieren gerade deswegen, weil sie den verschiedenen ethnischen Gruppen Raum für ihre indigene Kultur geben und gleichzeitig Gemeinsamkeiten fördern, ohne das Trennende zu negieren. Die Urform des Lebens, die Zelle, ist in feinste Elemente aufgeteilt, die auf wundersame Art und Weise ihre jeweiligen Funktionen erfüllen. Sie stehen aber gleichzeitig in regem, gegenseitigem Austausch: die Zellwände sind für Sauerstoffmoleküle und Lösungsmittel wie Wasser durchlässig, sie atmen im Takt der Osmose. Könnte das vielleicht ein Symbol für ein friedlicheres Europa der Zukunft sein? Statt Betonmauern durchlässige Zellmembranen? Jeder Region ein Zimmer im europäischen Haus, mit Luft, Wasser, Wärme und Nahrung, mit osmotisch atmenden Wänden dazwischen? Keine Isolationszellen, sondern Berührungsflächen? Flächen, die so gross sind, dass man darauf tanzen kann?






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