NOCH IMMER DIE SCHWEIZ

Eine Aktion zum 1. August 2010

Kuratierung: Ruth Schweikert

Zum diesjährigen 1. August geben Künstlerinnen und Künstler ein vielstimmiges Statement ab zur heutigen Schweiz. Anlass der Initiative ist die gegenwärtige innen- und aussenpolitische Situation unseres Landes, die Kluft zwischen Selbstwahrnehmung der Schweiz und ihrer Lage in der Welt.


-> Pressestimmen zu dieser Aktion
 


Christoph Dejung


FASZINIERTES VOLK

Unter uns, Jahrgang 1943, gesagt:

Wir hatten, weil wir noch die Folgen des Blut und Boden feiernden Fremdenhasses und der Willkuer gegen Schwaechere im grossen Kanton gesehen haben, das Gefuehl, Europa sei von der Faszination, die den Faszismus erzeugte, geheilt.

Wir haben uns getaeuscht, die Hasspropaganda funktioniert wieder.

Darum ein Sonett aus einem Rosengarten in weiterer Distanz:

RAUSSCHMEISSERLAND

SCHMERZ UNS EIN SPOTT, der Slogan des Vereins
mit Pillen-Usus, riesig, zu vermuten,
wohlhabend, Konsequenz des Weltkriegs-Schweins
(die Nase hoch zu tragen hilft beim Bluten)...

Schulnoten gehn bei uns von sechs bis eins,
drei Schritte fuer die Schlechten, zwei den Guten!
Ertraeglich war die Laestigkeit des Seins
den Schweizern nie, weil Fremde fremd anmuten.

GRAF JOERG zu schreiben, lebe ich Downunder,
von einem Volk, das grosse Hansen stuerzte,
berichtend. Alles ganz im Stil der Mythen,

die eine echte Heimatliebe wuerzte
(ach, schriebe ich von Hunnen oder Skythen).
Wo blieb der Stolz der Schweizer? nimmt mich uander.






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