NOCH IMMER DIE SCHWEIZ

Eine Aktion zum 1. August 2010

Kuratierung: Ruth Schweikert

Zum diesjährigen 1. August geben Künstlerinnen und Künstler ein vielstimmiges Statement ab zur heutigen Schweiz. Anlass der Initiative ist die gegenwärtige innen- und aussenpolitische Situation unseres Landes, die Kluft zwischen Selbstwahrnehmung der Schweiz und ihrer Lage in der Welt.


-> Pressestimmen zu dieser Aktion
 


Isolde Schaad


In Namen von BB, Flüchtling in Zürich, 1948

Wirklich, wir leben in einer finsteren Zeit, in der ein Gespräch über Bäume nur die Baumvertreter interessiert, und ein Gespräch über Vögel nur die Ornithologen beflügelt, und wenn von Menschenrechten die Rede ist, nicht etwa die Menschen gemeint sind, sondern die europäische Interessenpolitik, in Brüssel oder Den Haag verhandelt, ferner an der Kommissionsitzung in der Bundeshauptstadt. Dort wo Jene sich aufhalten, die es anginge, die vom Menschsein Betroffenen, finden keine Gespräche statt, dort herrscht die krude, brutale Realität des Anschaffens und Ausschaffens, sollte das Anschaffen als illegal taxiert worden sein. Wirklich, die Zeiten sind finster, wenn Tier- und Baum- und Menschenvertreter unter sich bleiben, entfernt von den Tieren und Bäumen und Menschen, die sie vertreten; sie verhandeln nämlich gerade und sind daher unerreichbar für die, welchen es nun an den Kragen geht. Weil sie das Menschsein besonders hart traf, und sie sich nahmen, aus Not, was sie nicht haben, oder wie die Gesetzesvertreter behaupten, das was ihnen nicht zusteht. Und daher untertauchen, ohne die notwendigen Papiere, die man hier braucht, um Mensch zu sein. Auf keinem Gebiet ist die Theorie so weit von der Praxis entfernt, wie im Fall der Menschenrechtserklärung.






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