NOCH IMMER DIE SCHWEIZ

Eine Aktion zum 1. August 2010

Kuratierung: Ruth Schweikert

Zum diesjährigen 1. August geben Künstlerinnen und Künstler ein vielstimmiges Statement ab zur heutigen Schweiz. Anlass der Initiative ist die gegenwärtige innen- und aussenpolitische Situation unseres Landes, die Kluft zwischen Selbstwahrnehmung der Schweiz und ihrer Lage in der Welt.


-> Pressestimmen zu dieser Aktion
 


Sibylle Aeberli


Dass nun unter dem Deckmantel, es gehe ja nur um kriminelle AusländerInnen, wieder ungeniert gegen Fremde gehetzt werden kann, macht mich unglaublich wütend. Diese Initiative ist nicht nur völkerrechtswidrig, sie ist auch total verlogen.
Gleiche Rechte für alle, erst recht für all die ausländischen Arbeitskräfte ohne die unser Sozial- und Wirtschaftssystem zusammenbrechen würde. Subito!




alexalexandra


Wir stimmen 2x Nein, weil weder Initiative noch Gegenvorschlag Antworten auf Fragen zur Integrationspolitik sind. Mit dieser Ablehnung nehmen wir unsere soziale, internationale Verantwortung wahr. Die Schweiz muss Sozialkompetenz zeigen - über die Landesgrenze hinaus.




Gabrielle Alioth


Alles Wesentliche zu dieser Debatte wurde bereits gesagt – von Ausländern:

Das Land, das die Fremden nicht beschützt, ist zum Untergang verurteilt.
(Goethe)

Fremdenfeindlichkeit zeugt nur von eigener Schwäche.
(Carl Friedrich von Weizsäcker)




Ariane Andereggen


Ausländer, ausserstaatlich, aus der Welt? Dieser bauernschlaue Rumpel-Stil verschleiert die Härte der Konkurrenz für den Mittelstand, die Verbrechen gesichtsloser Bankkonten, faule Immobilienblasen, Investitionen ohne Grenzen und Ethik. Ein unerträglicher Nihilismus, der davon ausgeht, dass es reiche nette böse Menschen und arme böse Menschen gibt.




Joerg Bader


Kriminalität ist ein soziales und nicht ein nationales Problem!




Res Balzli


Reihenfolge der Ausschaffungen aus der Schweiz:

1. Minarette

2. kriminelle Ausländer

3. deren Familien

4. Behinderte, Schwule, Dicke und Linke

Ist es das, was wir wollen?




Lukas Bärfuss


Diese Initiative löst kein Problem. Wir brauchen keine Sonderjustiz für Ausländer. Und noch weniger brauchen wir ein weiteres Gesetz, das mit dem Rechtsstaat nicht vereinbar ist. So verständlich die Angst vor dem Fremden auch sein mag, so wenig darf sie unser Handeln leiten.
Gefühle sind wichtig, aber kein Abbild der Realität. Deshalb - Hirn einschalten und ein doppeltes Nein in die Urne!




Charles Benoit


Die Initiative ist überflüssig. Die nötigen Gesetze sind längst vorhanden.
Die Initiative ist menschenverachtend. Sie verstösst gegen grundlegende Menschenrechte, weil jeder Angeschuldigte Anrecht auf eine individuelle Beurteilung seines Falls haben muss.
Und die Initiative ist dumm und schädlich, weil sie im Ausland den schlechten Ruf der Schweiz als Land der egoistischen Rosinenpicker zusätzlich zementiert.
Das Muster der Initianten ist bestens bekannt:
Eine Mücke sticht den armen Christoph. Eine Frechheit! Doch Christoph ist schlau, er wittert seine Chance; denn viele andere rechtschaffene Schweizer werden auch von bösen Mücken gestochen. Er macht ein paar Franken locker, schickt seine Vasallen los, flächendeckend, das Süppchen beginnt zu kochen. Man schürt Emotionen, appelliert an die niederen Instinkte, würzt mit einer kräftigen Prise Ausländerfeindlichkeit und pflastert das ganze Land mit geschmacklosen Plakaten zu. Die Mücke ist zur reissenden Bestie, das Süppchen zur Suppe geworden. Mahlzeit!




Jacob Berger


Oskar Freysinger se plaint d'être caricaturé en nazi dans la presse.
Mais à quoi d'autre qu'au nazisme doit-on relier le discours de l'UDC, fondé sur la xénophobie, la haine de l'autre et le racisme ordinaire ?
Même si je m'y oppose à 100%, il ne me paraît pas scandaleux que certains citoyens ou partis suggèrent l'instauration d'une double-peine pour les criminels étrangers. Cela fait partie du jeu démocratique. Mais le recours à des images honteusement inspirées des pires heures de l'histoire du siècle passé, la désignation à la vindicte populaire de boucs émissaires aux noms à consonance étrangère, l'utilisation de la peur et de la haine des étrangers est inacceptable.
En tant qu'artiste, en tant que citoyen, en tant que descendant de victimes de la barbarie nazie, je refuse que mon pays devienne le premier pays occidental à officiellement rétablir la propagande fasciste dans le jeu politique officiel.




Eric Bergkraut


Es geht am 28. November nicht darum, ob jemand in seinem Herzen eine auch nur klitzekleine Sympathie für ausländische Gesetzesbrecher hegt, auch wenn das so suggeriert wird. Es geht darum, ob wir angesichts unbestrittener Probleme leichtfertig vom fundamentalen Grundsatz „Vor dem Gesetz sind alle Mensche gleich“ abweichen. Wer zwei Mal „Nein“ stimmt, beweist Vertrauen in die Verfassung und die Grundwerte der demokratischen Gesellschaft. Und umgekehrt.




Hélène Bezençon


La Suisse aux Suisses d’origine

Pour en finir une fois pour toutes avec les étrangers, renvoyons dans le ventre de leur mère tous ceux qui sont venus en Suisse après le 31 juillet 1291 !




Vanni Bianconi


In Securitas Zbigniew Herbert riflette su questa divinità che i romani crearono dal nulla, furtivamente e senza preparazione teologica, all’inizio dell’impero: mostro dal viso umano la cui gloria è cantata dal nostro sudare freddo, la sicurezza è «una pavida formula per la felicità. La vita senza lotta».




Ursula Biemann


Gemeinschaft kann für die Dauer nicht auf einem Fundus gründen, den man gemeinsam hat, sondern sie muss auf dem Ungemeinen gründen. Anders hat die Gemeinschaft keine Dauer, sondern artet zur Gemeinheit aus. Wir sind auf dem besten Weg.
Gemeinschaft ist zu einer Dimension von kollektivem Sein statt von kollektivem Handeln geworden - außer in einer Hinsicht. Aktionen der Ausschließung und Bestrafung derer, die 'anders' als die anderen sind. Diese Aktionen stellen sich als verzweifelte Versuche heraus, eine gemeinsame Identität zu retten.
Wie kann dem entgegen ein Denken stark gemacht werden, das im Gemeinsam-Sein kein besonderes Sein entdecken will und sich schon gar nicht als Rettung der Identität versteht, sondern als Mit-Sein. Nur, kann mit dieser unspektakulären Vorstellung Politik gemacht werden? Das ist der Grund warum den grauenvollen Kampagnen so schwer beizukommen ist.




Sibylle Birkenmeier


Eure Finanzkrise, von Euch selbst herbeigeführt, wir bezahlen sie... immer noch!
Eurer mentale Krise aus Verfolgungswahn und Putzwut, die sich in rassistischem Ausschaffungseifer äussert, treten wir dezidiert entgegen!




Michael Birkenmeier


Ausschaffungsinitiative? Warum nicht? Alle Schweizer, die Ja gestimmt haben werden in ein Migranten-Heimatland ausgeschafft für 6 Monate. Um vor Ort Überlebens-Versuche zu machen, die Verbrechen unserer Grosskonzerne zu beobachten, und beim Neuaufbau eines menschenwürdigen Lebens mitzuhelfen, in einem Land, in das sie Ausländer ausschaffen wollten. Die SVP will das Übel an der Wurzel packen! Voilä!




Wolfgang Bortlik


Als Nichtschweizer weiss man ja nie, was dieses Volk der verwirrten Hirten manchmal so überkommt. Die schwarzen Schafe hinauswerfen? Stadttore zu und der Nachtwächter bläst ins Horn! Dabei ist die gegenwärtige Ausschaffungspraxis doch schon jenseits jeglicher Humanität. Also Ausschaffen abschaffen!




John Wolf Brennan


Fremd ist, was man (noch) nicht kennt. Also sehr viel: jeder Erdenbürger kommt problemlos auf über einige Milliarden Fremde, ein überwältigendes Übergewicht von Fremdem zu Eigenem. Multikulturelle Metropolen wie London funktionieren gerade deswegen, weil sie den verschiedenen ethnischen Gruppen Raum für ihre indigene Kultur geben und gleichzeitig Gemeinsamkeiten fördern, ohne das Trennende zu negieren. Die Urform des Lebens, die Zelle, ist in feinste Elemente aufgeteilt, die auf wundersame Art und Weise ihre jeweiligen Funktionen erfüllen. Sie stehen aber gleichzeitig in regem, gegenseitigem Austausch: die Zellwände sind für Sauerstoffmoleküle und Lösungsmittel wie Wasser durchlässig, sie atmen im Takt der Osmose. Könnte das vielleicht ein Symbol für ein friedlicheres Europa der Zukunft sein? Statt Betonmauern durchlässige Zellmembranen? Jeder Region ein Zimmer im europäischen Haus, mit Luft, Wasser, Wärme und Nahrung, mit osmotisch atmenden Wänden dazwischen? Keine Isolationszellen, sondern Berührungsflächen? Flächen, die so gross sind, dass man darauf tanzen kann?




Markus Bundi


Wenn jene, welche verschärft ausschaffen wollen,
so scharf wären und sich selbst ausschaffen würden,
dann könnten wir uns wieder unterhalten –
von Mensch zu Mensch.




Mattias Caduff Probst


Der Hintergrund der Ausschaffungsinitiative ist die uralte Angst vor dem Fremden.
Gegen jede Form von Angst muss man etwas tun, das ist klar. Was aber ist "Angst"?
Ist "Angst" die jeweils konkrete Sache oder Person, vor der ich Angst habe?
Oder ist "Angst" ein beklemmendes Gefühl in mir selbst?
Wenn ich zum Beispiel Angst in den Bergen habe, ist es dann die konkrete Felswand, die meine Angst ausmacht?
Muss ich etwas gegen die Felswand unternehmen, um meine Angst zu überwinden?
Oder nagt die Höhenangst nicht vielmehr tief in mir drin, Felswand hin oder her?




Nicolas Couchepin


L’insécurité sera terrible quand il n’y aura plus que des suisses en Suisse! On ne pourra plus reconnaître les criminels! Cette femme pauvre, ou ce sale gamin? Ou ce mec qui me suit comme mon ombre? Oui, le monde sera très loin d’être sûr quand nous n’aurons plus que notre ombre pour nous faire peur.




Laura de Weck


85% der Verbrechen in der Schweiz werden von Männern begannen.
Das Verbrechen gehört bestraft, nicht irgendeine Gruppenzugehörigkeit.




Christoph Dejung


FASZINIERTES VOLK

Unter uns, Jahrgang 1943, gesagt:

Wir hatten, weil wir noch die Folgen des Blut und Boden feiernden Fremdenhasses und der Willkuer gegen Schwaechere im grossen Kanton gesehen haben, das Gefuehl, Europa sei von der Faszination, die den Faszismus erzeugte, geheilt.

Wir haben uns getaeuscht, die Hasspropaganda funktioniert wieder.

Darum ein Sonett aus einem Rosengarten in weiterer Distanz:

RAUSSCHMEISSERLAND

SCHMERZ UNS EIN SPOTT, der Slogan des Vereins
mit Pillen-Usus, riesig, zu vermuten,
wohlhabend, Konsequenz des Weltkriegs-Schweins
(die Nase hoch zu tragen hilft beim Bluten)...

Schulnoten gehn bei uns von sechs bis eins,
drei Schritte fuer die Schlechten, zwei den Guten!
Ertraeglich war die Laestigkeit des Seins
den Schweizern nie, weil Fremde fremd anmuten.

GRAF JOERG zu schreiben, lebe ich Downunder,
von einem Volk, das grosse Hansen stuerzte,
berichtend. Alles ganz im Stil der Mythen,

die eine echte Heimatliebe wuerzte
(ach, schriebe ich von Hunnen oder Skythen).
Wo blieb der Stolz der Schweizer? nimmt mich uander.




Walo Deuber


Zweimal Nein - weil mit Ausschaffungsinitiative und Gegenvorschlag nicht mehr Recht geschaffen wird, sondern weniger.




Christoph Doswald


Es ist eine Schande, dass wir unsere humanitären, menschlichen und demokratischen Werte unter dem diffusen Deckmäntelchen des Wohlstands- und Sicherheitserhalts aufs Spiel setzen wollen. Abschottung und Repression sind kein probates Mittel!




Laurent Duvanel


Dans les années Schwarzenbach, j'ai été serveur en Italie. Seul Suisse de l'équipe, on m'a traité comme une bête curieuse.
Mais chez nos voisins, personne n'a jamais songé à m'expulser après ma condamnation pour une infraction pénale. Car on traite tout le monde de la même manière, bon sang!




Eugène


Je rappelle que notre Constitution s’ouvre par ce préambule : « Au nom de Dieu tout puissant ». Si la Suisse se déclare chrétienne, elle doit aussi en respecter les commandements : « Tu ne porteras pas de faux témoignages contre ton prochain. » Par ses affiches immondes, l’UDC élève le viol du 9e commandement au rang des Beaux-Arts.




Dieter Fahrer


Ich arbeite zur Zeit in der Strafanstalt „Thorberg“ an einem Dokumentarfilm. Hier begegne ich Menschen aus aller Welt: Täter, die meist auch Opfer sind. Mit sehr schweren Geschichten, durchkreuzt von Gewalt und Ausbeutung, kaum Hoffnung für die Zukunft. Ich empfinde Solidarität und will keine direkte Ausschaffung oder Sippenhaft.




Ivan Farron


Farron est un nom suisse, même s’il ne l’a pas toujours été : il ne faut pas confondre Farron et Faro, qui est un nom de chien policier suisse. En revanche, Ivan est un prénom de criminel étranger : Ivan F. a de quoi inquiéter. C’est donc en tant que criminel étranger virtuel que je voterai « non » à l’initiative du 28 novembre.




Michel Favre


La pression actuelle sur l'étranger est le reflet de la décadence de notre pensée européenne qui, dans un réflexe petit-bourgeois, s'aperçoit qu'elle n'est plus le centre du monde. La peur la gagne et notre société veut se donner du courage en appliquant une politique qui lui permet de recréer une distance avec ceux qu'elle identifie comme les "autres" et qui ne sont eux-mêmes souvent que les nouveaux venus dans le même jeu de pouvoir et de ségrégation, appliqués à leur échelle, locale ou mondiale.




Heike Fiedler


Je vote 2 X NONEIN
Espérer que l'initiative ne passe pas.
Et rester vigilant :

Voir que le Danemark distribue des points d'immigration selon les acquis socio-économiques des canditat.e.s, voir le succès de la Tea-Party aux Etats-Unis … sont des faits qui font tout aussi froids dans le dos. (Cf. www.courrierinternational.com)

Ainsi donc, on parle du nous et des autres, et des autres parmi les autres, et les autres voient des autres autres différent.e.s de leur nous pour se rapprocher de ce nous du nous, jusqu'à ce que, tout d'un coup, tou.te.s les autres ne sont plus qu'une entité d'autres par rapport au nous qui est segmenté à son tour par rapport au lien qu'entretien une personne du nous avec celle du groupe des autres, pour dire que l'Allemagne n'était pas non plus arrivée du jour au lendemain aux moments les plus sombres de son histoire. Et ne pas sans argent non plus.




Patrick Frey


Ich habe es satt, mich weiter für eine paranoide, fremdenfeindliche Schweiz schämen zu müssen, die Menschenwürde, internationales Völkerrecht und die eigene Verfassung mit Füssen tritt. Ich würde viel lieber die ausschaffen, die Volksverhetzung in Form von Wahlkampf betreiben.




Simon Froehling


Als schwuler Mann werde ich von Rechts wegen diskriminiert. Ich darf weder heiraten noch Kinder adoptieren. Auch nicht jene meines Partners. Für mich existieren andere Gesetze als für die Mehrheit. Sondergesetze zu erlassen für immer mehr Minoritäten – Homosexuelle, Muslime, Ausländer – widerspricht dem Grundsatz der Rechtsgleichheit.




Katja Früh


Wenn ich das nächste Mal vergewaltigt werde, bin ich froh, wenn es ein Schweizer ist.




Daniel Fueter


Diskriminierung und Diffamierung sind treffende Worte. Man hört ihnen das Unrecht an, das sie bezeichnen. Aus diesem Unrecht soll neues Recht wachsen? Wir wehren uns dagegen. Nein zu den vorgeschlagenen Neuregelungen von Ausschaffungen. Ja zu Menschenwürde und Völkerrecht.




Christophe Gallaz


Les xénophobes sont ceux qui ne seront jamais Suisses au point d’aimer leurs propres différences. L’UDC, c’est la chance des citoyens ratés.




Heinrich Gartentor


Ich bin gegen die Ausschaffungsinitiative, weil sie nicht zur Schweiz passt. «Die Stärke des Volkes misst sich am Wohle der Schwachen». Das Sich-vor-Augen-Halten dieses Grundsatzes aus der Präambel der Bundesverfassung soll unser Handeln bestimmen, nicht die Hetze, das Ausgrenzen, das Fertigmachen.




Christoph Geiser


Zur sogenannten „Ausschaffungsinitiative“

Die Volksinitiative „Für die Ausschaffung krimineller Ausländer“ wäre nur dann diskutabel, wenn der Begriff „Ausländer“ fehlte. Nur dann wäre sie wenigstens nicht rassistisch. Es fragte sich dann allerdings, in welchem Meer ein Eiland noch zu finden wäre, der letzte einsame Kontinent, an dessen Gestade die Ausgeschafften hinzuschiffen wären.




Sabine Gisiger


„Ivan S. Vergewaltiger bald Schweizer?“ – solch infame Abstimmungsplakate machen mich wütend und beschämen mich. Es entspricht nicht den Tatsachen, dass ausländische Vergewaltiger eingebürgert werden. Es entspricht nicht den Tatsachen, dass heute keine Ausschaffungen von kriminellen Ausländern stattfinden. Die Initianten schüren den Hass und das Misstrauen bei den Schweizer Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern. Die Initianten diskriminieren die nota bene nicht stimmberechtigten Bevölkerungsteile. Und sie verunglimpfen die Prinzipien des Rechtsstaates.
ALLE MENSCHEN SIND VOR DEM GESETZ GLEICH.




Urs Graf


Unbekümmert um das Völkerrecht, um die Rechte von Menschen bei uns, zettelt die SVP Auseinandersetzungen um Minarette und Ausschaffungen an, um (mit aufwändigen Abstimmungen) billige Wahlpropaganda zu machen und um eine Zeitlang von den drängenden wirtschaftlichen und sozialen Problemen abzulenken.




Greis


"Ein Rechtssystem, welches das Strafmass von der Herkunft abhängig macht?
Nie wieder!"




Ursina Greuel


Zu den Grundwerten einer modernen Demokratie gehört es, Minderheiten vor dem Diktat der Mächtigen zu schützen. Und nun soll per Mehrheitsentscheid darüber entschieden werden, ob für eine ­- notabene nicht stimmberechtigte - Minderheit ein anderes Recht gelten soll als für die stimmberechtigte Mehrheit. Wenn es nicht tragisch wäre, wäre es absurd.




Gitta Gsell


Alle Vergewaltiger, alle Mörder, alle Einbrecher, alle Menschenhändler, alle Raser werden ausgeschafft, auch die mit dem Schweizerpass. Alle Betrüger, alle Finanzjongleure, alle Steuerhinterzieher werden ausgeschafft, auch die mit dem Schweizerpass. Alle (...bitte selber ausfüllen...) werden ausgeschafft, auch die mit dem Schweizerpass. Rechtsgleichheit für Alle - mit oder ohne Schweizerpass.




Patrick J. Gyger


Le grouinement de ceux qui nous poussent à nous vautrer avec eux sonne parfois de manière étrangement séduisante. Certains se gaveront un temps en leur compagnie, rassurés par la tiédeur de leurs rangs, avant d'être à leur tour déclarés indésirables.
Les êtes humains, pour leur part, feront de la différence, leur force, de l'autre, leur compagnon de route, de l'ailleurs, leur horizon.




Christian Haller


Man stelle sich vor, Schweizer Politiker würden automatisch ausgeschafft, die mit unserem Gesetz in Konflikt geraten sind. Das könnte der Partei nicht recht sein, die diese automatische Ausschaffung für andere fordert.




Jürg Halter


Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich. Wer das nicht so sieht, spricht sich gegen die Bundesverfassung und also die Demokratie aus.




Jürg Hassler


Alle Menschen sind gleich! In der Schweiz sind sie am gleichsten…




Stefan Haupt


Seit einem Austauschjahr in meiner Jugendzeit in Amerika weiss ich, was für ein Reichtum unsere kulturellen Verschiedenheiten bedeuten, wieviel Fremdenfeindlichkeit mit Nicht-Kennen und Nicht-Anerkennen der Andern zu tun hat und wie fundamental wichtig Menschenrechte und Rechtsgleichheit für alle sind. Ziele, für die es sich zu kämpfen lohnt!




Ruedi Häusermann


I SÄGE NUR EIS,
NEI UND NOMOL NEI
FERTIG SCHLUSS!!




Franz Hohler


Gegenvorschlag

Die Bundesverfassung wird wie folgt geändert:

Art. 121 Abs. 3-5 (neu)

I

3  Im Wissen darum, dass ohne sie

a. weder Häuser, Strassen noch Tunnels gebaut würden,

b. weder Spitäler, Alters- und Pflegeheime, Hotels und Restaurants betrieben würden,

c. weder Abfall, Reinigung, Verkehr und Informatik bewältigt würden,

bedankt sich die Eidgenossenschaft bei allen Ausländerinnen und Ausländern, die hier arbeiten. Sie gibt ihrer Freude darüber Ausdruck, dass sie mit ihrer Tätigkeit das Leben in unserm Lande ermöglichen und heisst sie als Teilnehmer dieses Lebens willkommen.

4  Sie hofft, dass es ihnen gelingt, sich mit den hiesigen Gebräuchen vertraut zu machen, ohne dass sie ihre Herkunft verleugnen müssen.

5  Sollten sie straffällig werden, unterliegen sie denselben gesetzlichen Bestimmungen wie die Schweizer Bürgerinnen und Bürger.

II

Übergangsbestimmungen:

Dieser Gegenvorschlag bedarf nicht der Volksabstimmung. Er tritt für jedermann vom Moment an in Kraft, da er dessen Richtigkeit erkannt hat.




Gardi Hutter


In der Familie meines Grossvaters sind 3 von 4 Brüdern ausgewandert. Aus Armut. Ich hoffe, sie sind in der Fremde gut behandelt worden.

Vergessen wir nicht, dass die Schweiz noch vor 2 - 4 Generationen ein Auswanderungsland war. Vielen armen Familien wurden die Reisekosten nach Amerika aus der Gemeindekasse bezahlt, weil man sie loshaben wollte. In ihrer Schweizer Heimat fanden sie schlicht keine Arbeit. Es war nicht Abenteuerlust, die sie in die Fremde trieb. Es ging um nacktes Überleben.




Thomas Isler


Wenn wir diese Ausschaffungskampagne zu Ende denken, dann kommt als nächstes der Entzug des Schweizer Passes für straffällige Doppelbürger, dann die Ausbürgerung von unschweizerischen Neo-Schweizern, dann Ausschaffung von EU-Befürwortern in die EU. Und wenn die dann alle ausgeschafft, weggeräumt und fortgejagt sind, dann werden wieder neue Kategorien erfunden, um ausschaffen, wegsperren und fortjagen zu können. Denn es gibt immer jemanden, auf dem man rumtrampeln kann. Deshalb 2 x Nein und nochmals Nein!




Nino Jacusso


...später will es dann niemand gewesen sein, dafür gestimmt zu haben.




Pascal Janovjak


J’ai entendu cette blague, à Bâle : « mettez un mur autour de Zurich, vous aurez le plus grand zoo du monde ». Personnellement, je ne crois pas que tous les Zurichois soient des animaux. Mais je me trompe peut-être. Dans ce cas, peut-être faudrait-il aussi construire un mur autour de la Suisse.




Elisabeth Joris


Erst 1981 wurde die seit mehr als 200 Jahren von Frauen geforderte Gleichstellung in der Verfassung verankert. Und nun soll diese Verfassung durch einen Ungleichheitsartikel ergänzt werden, der diesem Rechtsverständnis fundamental widerspricht.




Pascale Kramer


Comment peut-on vouloir nous faire croire qu’il y a le moindre gain de sécurité ou de paix à espérer d’une loi qui nierait la justice ? Et où s’arrêterait ce détricotement du droit ? Et à quel titre pourrait-on s’en croire à jamais à l’abri ? Autant qu’immoral, tout ça est bêtement dangereux.




Oliver Krähenbühl


Der Staat wird getragen durch die Gesellschaft,
das sind wir alle, die hier leben, eine Gemeinschaft.
Das Recht muss für alle gleich sein.




Georg Kreis


Mit dieser auf Feindseligkeit aufgebauten Agitation zu einem Randproblem werden die Ränder in der Schweiz noch grösser gemacht und altbewährte schweizerische Rechtsnormen frivol aufs Spiel gesetzt. Die Menschenrechte können nicht per Scherbengericht oder per Mausklick aus der Schweiz "ausgeschafft" werden.




Guy Krneta


Wenn wir heute Blochers Ausländergesetze verteidigen müssen gegen Amstutzens Verfassungsartikel, sollte eigentlich dem Hinterletzten klar werden, dass es hier nicht um Ausländer geht und schon gar nicht um Kriminalität. Sondern dass hier eine im Alltag recht gut funktionierende Gesellschaft zerrieben wird zwischen einer politischen Rechten und ihrer rechten Opposition. Auf der Strecke bleiben die Minderheiten und Menschenrechte.




Tim Krohn


Mit Menschen, die in ihrer Angst anderen Schmerz und Gewalt antun, habe ich Mitgefühl. Verständnis habe ich keines. Gleichgültig, ob die anderen Verbrechen begingen. Beide wenden Gewalt an, denn Zwangsausschaffung ist Gewaltanwendung. Und kein Schmerz, den man anderen zufügt, macht die Welt besser.




Lorenz Langenegger


Die Gegenwart lehrt uns, dass es keine Schwelle gibt, an der der Wohlstand gross genug ist, dass wir nicht mehr fürchten, ihn zu verlieren, im Gegenteil, je grösser der Wohlstand, desto grösser die Angst. Umso wichtiger ist es, dass eine stabile Verfassung unseren Ängsten begegnet, zum Beispiel Artikel 8: Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.




Yves Laplace


Carton rouge ?

Lors d’un récent débat radiophonique, j’ai irrité le conseiller national genevois UDC Yves N. en démontrant le caractère raciste et allusivement antisémite de l’affiche de son parti sur les naturalisa¬tions. Souvenez-vous : ces mains mates, brunes, un peu jaunes, un peu crochues, qui voulaient s’emparer de notre passeport à croix blanche. Cela m’a valu cette réplique hors antenne : « Vous êtes petit. Je m’en souviendrai et je vous le ferai savoir. » Cette phrase ne constituant pas une menace et le conseiller national UDC Yves N., avocat, n’étant pas étranger – contrairement au violeur virtuel Ivan S. de la nouvelle affiche raciste –, il ne pourrait en aucun cas être inquiété ni expulsé si l’initiative l’emportait. Partisan quasi inconditionnel de la liberté d’expression, je m’en félicite.




Michel Layaz


Puisque le hasard m’a fourni un passeport à croix blanche, je possèderais le droit de bannir mon prochain, de l’acculer sans écoute ni nuance. Dans quel quotidien sordide et dépourvu de signification faut-il donc être enfermé pour vouloir agir ainsi ? Un oui le 28 novembre instituerait la victoire de la grossièreté.




Carlos Leal


Que ce soit 2x NEIN, 2x NON ou 2x NO,
Aujourd'hui, j'implore tous les suisses d'oublier leurs différences et d'écraser la barrière du rösti pour ne faire plus qu'un seul contre l'absurdité qui vient ébranler les droits de l'homme dans notre pays.




Micha Lewinsky


Für machtpolitische Interessen und ein paar Wochen Medienpräsenz werden Grundwerte unseres Landes aufs Spiel gesetzt und die Verfassung beschädigt. Wir können es noch verhindern.




Charles Lewinsky


Ich bin dabei, weil ich unsere Bundesverfassung ernst nehme: Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.




Christine Lötscher


Wenn die Mehrheit bestimmt, wer das Recht auf Gleichheit hat, ist es mit der Gleichheit vorbei: „All animals are equal but some animals are more equal than others“ (George Orwell, Animal Farm).




Thierry Luterbacher


Mon nom est un haussement d’épaule. Mon âge un oubli. Je viens d’une terre labourée par la souffrance et la misère. Je suis ici chez vous où je hurle sans élever la voix. Mon espoir est illégal. Chaque homme que je croise pourrait être celui qui m’arrête. J’ai appris à devenir sans nom, sans âge, sans identité, sans travail, sans voix et sans papiers. Je me suis porté disparu au sein de votre indifférence. En moi, vous détestez l’autre, l’étranger auquel vous donnez le visage de vos désillusions et de vos frustrations. Aujourd’hui, je sais que ma seule patrie est celle de mes rêves.




Rolf Lyssy


Die Ausschaffungsinitiative der SVP ist ein Verrat an unserer Verfassung und unseren ethisch moralischen Grundwerten. Und wenn man in diesem Zusammenhang an Henri Dunant, Heinrich Pestalozzi und andere bedeutende, wegweisende Landsleute denkt, die sich mit ihrer ganzen Lebenskraft für Menschlichkeit und Solidarität einsetzten, dann steigt einem die Schamröte ins Gesicht.




Janine Massard


Tandis qu’elle était en maison de retraite, chargée d’années et dépendante de soins dans toutes sortes de situations, ma mère constata : « Il n’y a bientôt plus que des Africaines pour me soigner ! » Les xénophobes ne voient que le côté obscur mais pas l’indispensable. Alors, deux fois NON.




Josy Meier


Ein Ja zu Interkultur - Ein zweifaches Nein zur Sündenbockunkultur




Gerhard Meister


Der Versuch, das Adjektiv „kriminell“ und das Substantiv „Ausländer“ als zwei Ausdrücke für die gleiche Sache in unsere Gehirne zu hämmern, lässt sich vielleicht besser verstehen, wenn wir das Spiel mit einem anderen Adjektiv und Substantiv ausprobieren, zum Beispiel mit „pädophil“ und „SVPler“. Und dann irgendwo tief im Kleingedruckten unter dem Slogan „pädophile SVPler kastrieren“ die Behauptung, dass man damit nur im Interesse der anständigen SVPler handle, die es selbstverständlich auch gebe.




Jérôme Meizoz


Je m'oppose à cette initiative parce qu'elle stigmatise une fois de plus une minorité déjà en difficulté pour en faire le bouc-émissaire des problèmes du pays. Non seulement cette initiative fait fond sur un racisme larvé, mais en plus elle impose une double peine à des personnes ayant déjà été jugées et punies pour leurs actes. En démocratie, la justice ne peut être utilisée pour favoriser la mise à l'écart d'une catégorie de personnes. Je voyage beaucoup et c'est non sans tristesse que je constate que les tendances xénophobes présentes en Suisse nous donnent une triste réputation à l'étranger.
Les acteurs politiques suisses, à la traîne des initiatives choc de l'UDC, ne parviennent pas à traiter les vraies questions que sont la redistribution des richesses, l'équité devant l'impôt, l'accès de tous à des soins égaux, l'emploi partagé, etc.




Roland Merk


Wir echten Schweizer

Wir sind die Partei des Volkes.
Wir wollen seyn ein einzig Volk
von Schweizern!

Wir schaffen viel!
Wir schaffen Vorurteile.
Wir schaffen die Angst herbei.
Wir schaffen den Staat ab.
Wir schaffen Menschen aus!

Keiner muss sich vor diesem Land
fürchten, dieses Land gibt
keinen Anlass zu Sorgen.
Uns geht es gut!

Unsere Partei weiss,
was für uns gut ist, sie ist
die Partei des Volkes!

Unser Anliegen ist einfach.
Uns reichts! Genug ist genug!
Entrüstung geht über alles!

Wir sind keine Rassisten,
nur weil wir keine Fremden wollen,
wir sind bescheidene Schweizer
und stehen dazu: Wir brauchen
Arbeitskräfte, mehr nicht!

Wir sind stolz, das zu sagen,
was andere nicht sagen. Wir sind stolz,
alles sagen zu dürfen! Uns bindet nichts
als das Wort, das wir uns geben,
wir sind Eidgenossen!

Uns braucht niemand was
zu sagen, denn wir wissen,
was wir tun!

Wir sind die Partei des Volkes.
Wir wollen seyn ein einzig Volk
von Schweizern!




Michel Mettler


Abermals droht die Schweiz, ihren langen Marsch von der Schönwetterdemokratie zur militanten Wohlstandsinsel fortzusetzen. Ein Niedergang sondergleichen. Seine Dimension wird erst kenntlich werden, wenn das Geopferte unwiederbringlich verloren ist: die Rechtsstaatlichkeit.




Beatrice Michel


Kleines wildes Mädchen, ich erinnere mich, du schlugst die Fäuste auf den Tisch, kreischend: Brott! Dein Herz war beschädigt, zwei Jahre gaben dir die Ärzte noch. Die Behörden schickten den Ausschaffungsbefehl. Wir versteckten euch. Einwände, Rekurse. Kein Entgegenkommen. Hoffnungslosigkeit. Deine blitzenden Augen, die Händchen: Brott! Wir traten für dich und deine Familie in den Hungerstreik. Ein weisshaariger Mann kam, sagte, ich bin zu alt, kann nicht mithungern, ich setze mich einfach zu euch. Journalisten stürzten herbei, Kameras klickten und surrten: Max Frisch sass da. Und bald andere mit klingenden Namen. Der Klang musste schnell zum Verklingen gebracht werden, du und deine Familie durften bleiben. Mehr als zwanzig Jahre sind seither vergangen, ein Märchen? Du lebst, das Herz geflickt, deine Arbeit nach erfolgreichen Lehrjahren gefällt dir. Und diese scheusslichen Plakate? Du schüttelst deinen Haarschopf, lachst, och bin doch ein schwarzes Schäfchen! Und einiges schweizerischer als du, nicht? Darüber sind wir uns einig.




Charles Moser


Die kriminelle Energie ist uns allen gemeinsam. Zu welchen Graden und in welcher Form sie zum Vorschein tritt, ist abhängig von sozialen, kulturellen, wirtschaftlichen und ideologischen Faktoren. Wir Schweizer tendieren zu sublimen, verdeckten Unrechtsmässigkeiten, manche Zuwanderer bedienen sich archaischeren Formen. Ausschaffung ist die verlogenste Art der Selbstgerechtigkeit, eine Verlagerung des blinden Flecks nach ausserhalb der „Bildfläche“.




Fredi M. Murer


Wenn ich als Kind gefragt wurde, was ich später im Leben einmal werden möchte, soll ich immer gesagt haben: Ein Ausländer. Offenbar fand ich schon damals ausländische Menschen mindestens so interessant wie einheimische.
Inzwischen gehören viele Ausländer zu meinem engsten Freundeskreis. Wenn ich die Schweiz verlasse, bin ich selber auch ein Ausländer. Und wo immer ich als Ausländer mit dem Gesetz in Konflikt kommen mag, erwarte ich, dass man mein Verhalten nach demselben Recht beurteilt, welches auch für die Einheimischen gilt.




Adolf Muschg


Die Schweiz wird nicht weiß, wenn sie Ausländer schwarz malt. Kein weltweites Problem wird gelöst, wenn man seine Darsteller austreibt. Erstens: es sind Menschen, und ihre Behandlung zeichnet unsere eigene Menschlichkeit. Zweitens: man erreicht nur, was man am meisten fürchtet: die verschlossene Festung wird zum Pulverfaß.




Melinda Nadj Abonji


Auge um Auge
Zahn um Zahn
 Aug um Aug
 Zah um Zah
  Au um Au
  Za um Za
   A um A
   Z um Z
     um

Zwei Mal NEIN gegen eine menschenfeindliche Initiative.




Jacques Neirynck


L’initiative vise à durcir la pratique actuelle sans résoudre pour autant un problème largement inexistant sinon dans l’imagination du peuple abusé. Le but de l’initiative est de renforcer le sentiment d’insécurité qu’elle prétend supprimer. Elle ne parle pas de criminels étrangers mais d’étrangers criminels pour stigmatiser toute la population étrangère dont l’immense majorité ne commet aucun délit.




Alberto Nessi


Per strada mi distrae un manifesto: una pecorella bianca scaccia dal paese rossocrociato un truce quadrupede nero. Ci risiamo: la Svizzera come pecora, in apparenza mite, in realtà violenta. Chi vota sì all’iniziativa è una pecora che abusa della democrazia.




Bettina Oberli


Die Schweiz, die ich liebe, ist die Schweiz, die nicht nur die SchweizerInnen, sondern alle Menschen respektiert. Denn alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich. So steht es in der Bundesverfassung. So einfach ist das.




Oliver Paulus


Sollte nun schon wieder solch eine fremdenfeindliche und menschenrechtsverachtende Initiative angenommen werden, haben wir das internationale Ansehen der Schweiz wahrscheinlich endgültig versaut! Wir werden uns in Zukunft im Ausland - wo die Schweizer Verfassung und die schweizerische Demokratie des Öfteren als beispielhaft galt - wohl schämen müssen, Schweizer zu sein.




Fabio Pusterla


Non ci servono nuove leggi o nuove disuguaglianze davanti alla legge per sentirci sicuri. Ci serve invece una rinnovata coscienza: a minacciarci sono coloro che, privi di scrupoli, tentano in ogni modo di acquistare un potere sempre maggiore e più cupo. Dobbiamo temere la paura, e chi della paura fa una bandiera.




Udo Rauchfleisch


Die Ausschaffungsinitiative tritt die Menschenrechte mit Füssen. Dabei mache ich nicht mit!




Pascal Rebetez


Ne me secouez plus, j'ai un étranger dans le cœur.




Francis Reusser


«L’Autre c’est moi». Imaginez OsKar Freysinger devant le miroir. Imaginez que la haine de soi qui le motive et le nourrit aille au bout de sa logique : Cet Autre-là est de trop, il gêne, il empêche de se sentir semblable aux autres, il est porteur de mort civile, voire de mort tout court. Ainsi va la haine, au bout de la nuit humaine. Il faut tuer tout le monde et tout le monde sera content, clamait Ubu. Expulse les tous, reste seul et disparais ! chuchote son double à OsKar Freysinger, qui en tremble encore.




Bernadette Richard


Il n’est même pas pensable que dans une démocratie comme la Suisse, fût-elle parfois bien malmenée, que des citoyens songent à jeter des êtres comme s’il s’agissait de kleenex. La dualité humaine se compose du meilleur et du pire, l’accepter, c’est reconnaître la simple magie de la vie. Il arrive que la magie se revête de noir.




Paul Riniker


Die gleichen Leute, die stolz sind auf unser Staatswesen, auf die Rechtsstaatlichkeit der Schweiz, verlangen nun, dass Art. 8, Abs. 1 unserer Bundesverfassung ausgehebelt wird. Dort steht, als Fundament unseres Staates: Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich. Das stimmt bei Annahme einer der Ausschaffungsinitiativen nicht mehr.




Pipilotti Rist


Ich fand schon in der Schule kollektive Bestrafung der Klasse unlogisch und ungerecht.




Samir


Aufgrund bestehender Gesetze werden schon jetzt viele verurteilte ausländische Kriminelle ausgewiesen. Trotzdem hat die SVP aufgrund ihrer fremdenfeindlichen Hetze es geschafft, den politischen Diskurs bis in die bürgerliche Mitte hinein zu diktieren. So erläuterte die Justizministerin süffisant, dass ihr Gegenvorschlag viel mehr (und besser) Kriminelle ohne Schweizer Pass ausweisen könne. Die SVP hat dadurch schon jetzt politisch gewonnen. Die Einführung einer Zwei- oder Dreiklassen-Justiz widerspricht dem Grundsatz der verfassungsmässigen Gleichheit, für welche die liberalen Begründer des Schweizerischen Bundesstaates gekämpft haben. Dass bei einer Annahme der beiden Vorlagen auch hier geborene und aufgewachsene Secondos juristisch anders behandelt werden dürfen, ist ein Skandal. Es geht am 28. November nicht um parteipolitische Taktik, sondern um politischen Anstand. Deshalb 2 x Nein!




Isolde Schaad


In Namen von BB, Flüchtling in Zürich, 1948

Wirklich, wir leben in einer finsteren Zeit, in der ein Gespräch über Bäume nur die Baumvertreter interessiert, und ein Gespräch über Vögel nur die Ornithologen beflügelt, und wenn von Menschenrechten die Rede ist, nicht etwa die Menschen gemeint sind, sondern die europäische Interessenpolitik, in Brüssel oder Den Haag verhandelt, ferner an der Kommissionsitzung in der Bundeshauptstadt. Dort wo Jene sich aufhalten, die es anginge, die vom Menschsein Betroffenen, finden keine Gespräche statt, dort herrscht die krude, brutale Realität des Anschaffens und Ausschaffens, sollte das Anschaffen als illegal taxiert worden sein. Wirklich, die Zeiten sind finster, wenn Tier- und Baum- und Menschenvertreter unter sich bleiben, entfernt von den Tieren und Bäumen und Menschen, die sie vertreten; sie verhandeln nämlich gerade und sind daher unerreichbar für die, welchen es nun an den Kragen geht. Weil sie das Menschsein besonders hart traf, und sie sich nahmen, aus Not, was sie nicht haben, oder wie die Gesetzesvertreter behaupten, das was ihnen nicht zusteht. Und daher untertauchen, ohne die notwendigen Papiere, die man hier braucht, um Mensch zu sein. Auf keinem Gebiet ist die Theorie so weit von der Praxis entfernt, wie im Fall der Menschenrechtserklärung.




Christoph Schaub


Vor dem Gesetz gibt es nicht Menschen erster oder zweiter Klasse, sondern Alle sind gleich.
Das soll unbedingt so bleiben. Darum 2x Nein!




Brigitte Schär


Beim genauen Studium aller Unterlagen zur Abstimmung kann Mensch mit gesundem Verstand und Rechtsempfinden nicht für diese Initiative sein. Sie verschlimmert die bestehende Rechtspraxis, statt sie zu verbessern. So lässt sich ein friedliches Zusammenleben nicht regeln. Ganz wichtig aber: alle stimmen gehen!




Carena Schlewitt


Eine Angst geht um in Europa

Die Mehrheit der migrantischen Bevölkerung in der Schweiz leistet Erstaunliches für die Wirtschaft und Kultur. Die Schweiz hat bereits Gesetze, die es ermöglichen, nach Gewalttaten von Ausländern das Recht der Ausschaffung anzuwenden. Klare Regeln und die Verhältnismässigkeit jeder Entscheidung sind wesentliche Merkmale einer staatlichen Rechtsdemokratie, die Einzelfallprüfung vor Automatismus stellt. Es geht hier nicht nur um ein Ja oder Nein zur Ausschaffungsinitiative, es geht um die Sicherung der Errungenschaften einer demokratischen Zivilgesellschaft.




Iwan Schumacher


Ein Recht für Eskimos, ein anderes für Holländer, je eines für Südländer, für Schweizer und für Afrikaner, für Frauen und für Männer, für Schlitzohren und für Halbstarke? Vor dem Gesetz sind alle gleich, auch in der Schweiz! Deshalb 2 x Nein zur SVP Ausschaffungsinitiative!




Alexis Schwarzenbach


Rechtsungleichheit war eines der zentralen Merkmale des Ancien Régime und des Imperialismus. Die Einführung gleicher Rechte für alle ist deswegen eine der wichtigsten Errungenschaften der europäischen Moderne. Ich will, dass das so bleibt.




Tomas Schweigen


Der Gesetzesentwurf zur Ausschaffungsinitiative ist wie die damit verbundene Propaganda der SVP pauschalisierend, undifferenziert und einmal mehr schockierend ausländerfeindlich, beides sollte in einer modernen und humanen Gesellschaft keinen Platz haben.




Ruth Schweikert


Ich stimme zweimal nein, weil ich nichts, aber auch gar nichts dafür tun musste, Schweizerin zu sein, und weil es nicht angeht, dass Menschen, die hier aufgewachsen sind oder seit Jahren hier leben und nichts, aber auch gar nichts dafür getan haben, dass sie hier Ausländerinnen und Ausländer sind, anders behandelt werden als ich.




Werner «Swiss» Schweizer


Beide Ausschaffungsinitiativen sind unschweizerisch!




Sören Senn


Mehr als einen Fünftel der Schweiz Bevölkerung wegen eines falschen Passes zu stigmatisieren, ist von vorneherein ein Skandal! Die Staatsangehörigkeit nach dem Abstammungsprinzip – der Blutsbande – und nicht nach dem Geburts- oder langjährigen Aufenthaltsort zu definieren, ist unzeitgemäß und scheinheilig. „Faktische“ Schweizerinnen und Schweizer, die sich sozial und kulturell nicht von anderen Bewohnern dieses Landes unterscheiden – oder aber Menschen, die auf dem Weg sind, sich gesellschaftlich zu integrieren, sollen durch diese stumpfsinnige Initiative künstlich ausgegrenzt werden. Die zugrunde liegende Ideologie ist menschenverachtend und letztlich faschistisch.




Christoph Simon


Ich bitte um Unterstützung bei der „Volksinitiative zur Ausschaffung krimineller SVP-Wähler.“ Kriminelle SVP-Wähler, ihre Ehegatten und Kinder verlieren ihr Aufenthaltsrecht an ihrem aktuellen Wohnort und werden in ihren Heimatort ausgeschafft. Eine Schweizreisesperre von 15 Jahren ist vorgesehen.




Jean-François Sonnay


Ne me sentant pas capable de formuler certaines de mes idées mieux que ne l'ont déjà fait de grands hommes, je préfère citer l'historien Eric Hobsbawm, qui écrivait dans son autobiographie que « Le bien et le mal, la justice ou l'injustice ne portent pas de badges ethniques et n'agitent pas de drapeau national. »




Anselm Stalder


...ich finde keine Gründe, einer menschenverachtenden Initiative mit einem menschenverachtenden Gegenvorschlag die Stirn zu bieten...




Peter Stamm


Wenn mir mein Auto gestohlen wird, ist es mir egal, ob der Dieb ein Schweizer oder ein Ausländer ist. Auch unsere Gesetze dürfen nicht zwischen In- und Ausländern unterscheiden. Rechtsgleichheit ist eine wichtige Wurzel unserer Verfassung, sie aufzugeben ist kurzsichtig und verantwortungslos.




Michael Stauffer


Liebe Bürger.
Ein grosser Teil der SVP-Wähler in der Schweiz respektiert unsere Gesetze.
Viel zu viele SVP-Wähler missachten jedoch unsere Gastfreundschaft.
Sie begehen Straftaten, bedrohen unser Eigentum, unsere Gesundheit und unser Leben. Unterstützen Sie bitte deshalb die Volksinitiative für die Ausschaffung krimineller SVP-Wähler.
Herzlichen Dank.




Beat Sterchi


Je mehr ich darüber lese, desto mehr staune ich, wie schnell und unüberlegt so etwas in die Wege geleitet werden kann. Niemand denkt über die eigene Nase hinaus. Völlig vergessen geht, dass Ausländer heute gar kein zweckdienlicher Begriff mehr ist und, weil er es morgen noch weniger sein wird, nicht in die Verfassung gehört.




Felix Tissi


Die Plakataktion für die Ausschaffungsinitiative zeigt einmal mehr nicht die Fratze der Ausländer, sondern jene der Schweiz: Reisserisch, menschenverachtend, geschmacklos – wie die Initiative selbst. Eine geistige Umweltverschmutzung.




Annelies Ursin


Ich verachte demagogischen Fremdenhass und fettgedruckte "Besorgnis".




Peter Utz


Muss Michael Schumacher abfahren, wenn ihm einmal die Pferde durchgehen?




Costa Vece


Ich habe langsam die Nase gestrichen voll, als hier geborener und aufgewachsener Ausländer, mich in diesem Land immer wieder rechtfertigen zu müssen.




Nicolas Verdan


Etranger. Un mot absent de mon vocabulaire de tous les jours. Un mot qui m’empêche de comprendre le sens de leur initiative qui m’est étrangère. Mais quelle langue parlent-ils ? Ils me sont étrangers. J’apprends à utiliser ce terme : étranger. Je dois leur être étranger. Eux l’emploient toujours au pluriel. Etrange. Rejet !




Eva Vitija


Xavi hat sich mit seinem Vater noch nie gut verstanden. Der Vater wird oft gewalttätig, wenn er betrunken ist. Xavi freut sich darauf, dass er bald volljährig wird, dann kann er endlich von zu Hause ausziehen. Er hat sogar schon eine Lehrstelle als Feinmechaniker in Aussicht.
Doch eines Tages vergewaltigt Xavis Vater im Suff eine junge Frau.
Xavi verurteilt die Tat zutiefst. Er will nie wieder Kontakt zum Vater! Er verliert Freunde, die Kollegen schauen ihn schief an, der Sohn eines Vergewaltigers... Die bevorstehende Lehrstelle wird plötzlich wieder abgesagt.
Trotzdem wird Xavi - zusammen mit seinem Vater – ausgeschafft und darf nie wieder ins Land zurückkehren, wo er geboren und aufgewachsen ist.
Ist Sippenhaft bald gut Schweizerische Gerechtigkeit?




Petra Volpe


Die Schweiz ist, ob sie will oder nicht, ein Teil Europas und es gibt komplexe gesellschaftliche Herausforderungen zu meistern, zu denen auch Migration gehört. Mit den von Angst angetriebenen Kampagnen und Ideen wird man weder den Grundwerten, die dieses Land einst ausgemacht haben, gerecht, noch sind sie zukunftsweisend. Uns geht es so gut! Das gibt uns die Verantwortung genau hinzuschauen.




Daniel von Aarburg


Vor genau 100 Jahren starb Henry Dunant, der Gründer des Roten Kreuzes. "Tutti fratelli! Alles Brüder!" sein Motto, Kriegsverwundete, ohne Rücksicht auf ihre Herkunft, ärztlich zu versorgen. Auf dieser Hilfeleistung, die alle Menschen als gleichwertig betrachtet, baut der Ruf der humanitären Schweiz in aller Welt. Setzen wir diesen Ruf nicht aufs Spiel! Henry Dunant würde am 28. November zwei Mal Nein stimmen.




Matthias von Gunten


Norditaliener sind gegen Süditaliener, Süditaliener gegen Nordafrikaner, Nordafrikaner gegen Südafrikaner, Südafrikaner gegen Zimbabwer, Bolivianer gegen Venezolaner, Venezolaner gegen Chilenen, Singhalesen gegen Tamilen, Inder gegen Pakistanis, Japaner gegen Chinesen, Chinesen gegen Tibeter, Iraner gegen Iraqis, Iraqis gegen Kuwaitis, Araber gegen Israelis, Israelis gegen Palästinenser, Russen gegen Tschetschenen, Tschetschenen gegen Inguscheten, Schweizer gegen Nichtschweizer... etc. etc.: Müssen wir den Wahnsinn wirklich mitmachen und ihn auch noch in die Verfassung schreiben?




Peter Weber


Bock Balz (links) |  Der Autor hilft mit, ein Kamerun-Lamm auszuschafen, umstellt von ostfriesischen Milchschafen, die eben ihre Wolle hergegeben haben (rechts)

Zur Ausschafungsinitiative
Schaf wird im Initiativtext mit zwei F geschrieben. Die Tiere jedoch sind auf allen Werbeflächen sehr plakativ dargestellt und eindeutig als Schafe zu erkennen. Die starke Bildbotschaft hilft über das mangelhafte Deutsch hinweg: Man kann sich ein Bild machen.
Ich bin den Schafsplakaten wiederholt begegnet und musste erkennen, dass mich die Ausschafungsinitiative betrifft. Sie bringt traumatische Erlebnisse meiner Kindheit an den Tag. Denn ich wurde ausgeschaft. Und ich war an Ausschafungen beteiligt.

Meine Eltern hielten Kamerunschafe, schöne, braunschwarze Tiere. Der Bock hiess Balz, lebte mit mehreren Damen im Grünen und verbreitete Paradiesgeruch: Er böckelte. Balz liess sich gerne streicheln, zwischen den Hörnern aber, wusste ich, durfte man ihn nicht berühren. Sichelförmige Hörner eines Fabeltiers, Füllhörnern ähnlich, auf dem Rücken hatte er fettiges Wollhaar, das an kargere Zeiten seiner Vorfahren erinnerte. Eines Tages böckelte der Bock stärker und versuchte, seine Damen halbseitig zu erklettern. Ich wollte ihm dabei helfen, Balz aber war verfinstert, er senkte den Kopf und schafte mich mit seinen Hörnern in die Ecke. Mein Vater, der meine Schreie gehört hatte, eilte herbei, holte mich aus dem Gehege und erklärte mir, dass man sich den Tieren nicht mehr nähern dürfe, sobald der Bock stärker böckele. Balz blieb leider unberechenbar für Kinder, und so mussten die Kamerunschafe nach und nach durch ostfriesische Milchschafe ersetzt werden: Weisse, herdenhörige Tiere, sie befleissigten sich, Milch, Wolle und Fleisch zu geben und duldeten keine Zierschafe neben sich. Wir schaften die Kamerunschafe mit allen Lämmern in den Zoo. Die frommen Milchschafe waren meinem Vater auf die Dauer zu langweilig, deshalb spielte er mit dem Gedanken, sie mit schwarzbraunen Bergschafen einzukreuzen. Bock Balz hatte die Zeichen offenbar richtig gedeutet und in den Nächten vor seiner Ausschafung die Damen seriell erklettert. Im Frühling warfen sie hellbraune Lämmer. Diese Mischtiere erfreuten den Erschafer sehr.




Urs Wehrli


Es geht nicht um diese Initiative. Es geht darum, dass die Bevölkerung immer mehr für dumm verkauft wird und einige aus Faulheit dieses Spiel sogar willig mitspielen. Was wir brauchen, sind Leute, die vernünftig denken, ganz einfach ihren Verstand walten lassen, danach handeln und öffentlich dazu stehen. Wenn man auch nur fünf Minuten über die Ausschaffungsinitiative nachdenkt, ohne sich von den plumpen Schlagworten der Befürworter ablenken zu lassen, ist sonnenklar, dass ein JA zu dieser Initiative keinen Sinn macht und keine Lösung ist!




Sabine Wen-Ching Wang


Aazelle, Bölle schälle,
d'Chatz gaht uf Walliselle,
chunnt si wieder hei,
het si chrummi Bei,
piff, paff, puff und du bisch –
Willkür oder Rechtsgleichheit für alle?
Sie haben die Wahl, gehen Sie hin.




Stina Werenfels


Schweizer: Sind wir die besseren Kriminellen?




Urs Widmer


Ich stimme zwei Mal Nein, weil die heutigen Gesetze genügen und weil bei jedem Ja die Ausländerfeindlichkeit angeheizt wird.




Martin Witz


Die Gleichheit vor dem Gesetz abschaffen!?
Dass wir über sowas noch ernsthaft reden müssen – unglaublich!
Und in die Verfassung gehört das schon gar nicht.




Eva-Maria Würth (Interpixel)


Ich stehe für Rechtsgleichheit ein, egal ob jemandes Lieblingsspeise Rösti, Kebab oder Sushi ist.




Romed Wyder


Die Schweiz ist einer der Staaten mit dem höchsten Ausländeranteil und gleichzeitig eines der sichersten und ruhigsten Länder der Welt. Darauf können wir stolz sein! Schämen aber müssen wir uns für die SVP und deren populistische Taktik, um zu mehr Stimmen zu kommen: Die wenigen tatsächlich vorhandenen Probleme werden künstlich zu existentiellen Streitfragen aufgeblasen. Dann wird die SVP-Lösung in Form von verfassungs- und völkerrechtswidrigen Initiativen präsentiert. Die Annahme solcher Initiativen führt der Schweiz einen enormen Image-Schaden zu (vgl. Minarett-Initiative). Wir machen nicht 2x denselben Fehler. Deshalb 2x NEIN.




Tobias Wyss


Dass wir überhaupt über eine solche Initiative abstimmen müssen, ist bereits ein Skandal. Ich bin empört und kämpfe mit meinem NEIN gegen Ausgrenzung, Abschiebung und Hass und für ein Zusammenleben in unserem gemeinsamen Land.




Suzanne Zahnd


Arm zu sein oder politisch verfolgt zu werden, ist meines Wissens keine Straftat, und auch im Wunsch, daran etwas verändern zu wollen, erkenne ich nichts Verbrecherisches.
Gewalt- und Sexualstraftäter jedweder Nationalität werden nach heute geltenden Gesetzen bereits zur Rechenschaft gezogen, es gibt also keinen Bedarf an neuen Gesetzen. Eine offizielle Zwei-Klassen-Justiz, wie sie die Annahme der Initiative / des Gegenvorschlags zur Folge hätte, sollte für einen demokratischen Staat eigentlich absolut indiskutabel sein!




Omri Ziegele


Oh, bräche doch wieder eine Zeit an, in welcher man nicht so tun müsste, als würde man sich scheren um Menschenrechte und Demokratie; oh, gäbe es doch wieder Platz für Willkür und schneidiges Zackzack; Dann bräuchten wir kein ach so umständliches Feigenblattgesetz für unsere strammen Ansichten im Zeichen der wehenden Fahne. Und aufräumen könnten wir endlich mit dem Pack, dem stinkenden, rasenden, vergewaltigenden, unsere Mädchen fressenden. Es wäre endlich wieder Ruhe im Land! -- So!




Andrea Zogg


Die Wahlprognosen zur Ausschaffungsinitiative sind beängstigend. Falls sich das Schweizer Volk mehrheitlich gegen menschliche Grundrechte entscheidet, sollten sich UNO, Rotes Kreuz sowie sämtliche ausländischen Touristen überlegen, was sie hier noch verloren haben. Die Schweiz ist dabei, ihr humanistisches Kapital ab- und auszuschaffen. Darum 2 x Nein am 28. November.






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