Aufruf der Hundert


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Fredi Lerch


Richtigstellung

Der «FDP. Die Liberalen»
nach Merz und vor den nächsten Wahlen.

Ich grüsse Sie als Präsident
der Bananenrepublik
und dementiere vehement
alle Punkte der Kritik.

Sie wissen, dass gewisse Kreise
uns in diesen schweren Tagen
in indiskutabler Weise
lauthals anzugreifen wagen.

Vorab sei drum festgestellt:
Hier geht es um Staatszersetzung,
um ganz gemeine Volksverhetzung,
die die Wahrheit krass entstellt.

Gut, Sie fragen, wie es kam,
wie denn das Problem bei Licht
und aus objektiver Sicht
seinen Lauf ins Unglück nahm.

Unserm Land ist es beschieden,
klein zwar, aber reich zu sein,
in stetem Wohlstand und in Frieden,
stets neutral, doch nie allein:

Weltweit liebt man unsere Schweiz.
Dieses haben wir den Banken
eher als dem Staat zu danken:
Bankengeiz hat seinen Reiz.

Stürzen Banken, nützt zuzeiten
die Demokratie nicht viel:
Wer will noch politisch streiten,
steht der Wohlstand auf dem Spiel?

Um das Unglück abzuwenden
von dem schönen Heimatland,
lag das Notrecht anzuwenden
deshalb sozusagen auf der Hand.

Wir nahmen von dem Angesparten,
das das Volk als Staat besitzt,
achtundsechzig Milliarden,
weil das Geld so etwas nützt.

Dank dieser Garantie gelang es,
unsre Bankenwelt zu retten
um den Preis des Notrechtzwanges,
den wir gern vermieden hätten.

Klar, das will ich nicht verhehlen,
findet Umverteilung statt,
und die Gelder werden fehlen,
wenn das Volk sie nötig hat.

Das wird vielen nicht gefallen.
Doch dafür liebt uns die Welt.
Wir wolln den Gürtel enger schnallen –
was ist schon das schnöde Geld?

Sind wir denn nicht Eidgenossen?
Wo die Bundesflamme brennt,
stehn wir treu und unverdrossen.
Ich grüsse Sie als Präsident.




 


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