Alberto Nessi


Chiasso, richiedente l’asilo

Sono qui sulla panchina di metallo
davanti a uno zampillo d’acqua morta
mi vede solo il pederasta zoppo
mi sfiorano quelli del bancomat

poi vanno a digitare sui computer
mentre la mia anima di vetro
s’infrange sul granito cinese
della zona semi pedonale.

Dentro di me porto la savana
il deserto, la foto di lei lontana
la parola che scrivo ogni giorno
e non spedisco, l’artiglio del male

però quel giorno che hanno fatto festa
ho servito i signori della parrocchia
la loro cattiva coscienza coloniale
io, col mio proiettile inesploso

con la mia lattina di birra sul marciapede
con la mia voglia di ridere, far l’amore
calcio la palla in questo recinto da zoo
mi siedo sul muretto a disturbare

il loro odio, la loro ordinaria infelicità:
ai piedi di un tiglio profumato
mi appoggio alla rete a guardare
uno si ferma a far cagare il cane.

*

Chiasso, Asylbewerber

Ich sitze hier auf der Eisenbank
vor mir sprudelt lebloses Wasser aus dem Boden
nur der hinkende Päderast sieht mich
nur die vom Geldautomaten streifen mich

dann gehen sie, tippen auf den Computern
während meine gläserne Seele
zerspringt auf dem chinesischen Granit
der verkehrsberuhigten Fußgängerzone

In mir trage ich die Savanne
die Wüste, das Foto von ihr, die weit weg ist
das Wort, das ich jeden Tag schreibe
und nicht abschicke, die Klaue des Bösen

doch an dem Tag, als das Fest war
habe ich sie bedient, die Herren von der Pfarrei
mit ihrem schlechten Kolonialgewissen
ich mit meiner nicht abgefeuerten Kugel

mit meiner Bierdose auf dem Gehsteig
mit meiner Lust zu lachen, zu lieben
spiele ich Fußball in diesem Zoogehege
setze mich aufs Mäuerchen, um zu stören

ihren Hass, ihr gewöhnliches Unglück:
zu Füßen einer duftenden Linde
lehne ich mich an den Drahtzaun und beobachte
einen, der stehenbleibt, um den Hund kacken zu lassen.

Übersetzt von Maja Pflug





 




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